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? Videokonferenz: „Rettungsfonds muss kommen“

Dehoga-Präsident Gereon Haumann und die Hoteliers und Gastronomen aus den Landkreisen Mayen-Koblenz, Rhein-Lahn und Rhein-Hunsrück nahmen Osters Aufforderung zu Klartext dankbar an. Haumann bedankte sich zunächst bei Oster für dessen politische Unterstützung, dann bekam der Abgeordnete (Haumann: „Josef Oster ist unser starker Mann in Berlin“) ungeschönt zu hören, wie existenziell bedrohlich die Lage vieler Betriebe ist. Der durchschnittliche Umsatzausfall durch die Zwangsschließung von 50 Prozent im März, 100 Prozent im April und 50 Prozent im Mai ist eine schwere Hypothek für die gesamte Branche. „Alleine in Rheinland-Pfalz haben wir einen Umsatzausfall von rund zwei Milliarden Euro registriert“, so Haumann. Da der internationale und nationale Tourismus noch nicht angelaufen sind und auch heimische Kundschaft noch vorsichtig zurückhaltend die Gastronomie aufsucht, leben Hoteliers und Gastronomen im Land mehr schlecht als recht. Offen nannten einige Gastronomen während der Videokonferenz ihre Umsätze, laufende Kosten und Kreditbelastungen.

All diese Beispiele machten deutlich, dass finanzielle Hilfen aus einem Rettungsfonds unverzichtbar sind. Oster lobte die Arbeit des Dehoga („Er leistet in dieser Krise vorbildliche Arbeit für die gesamte Branche“), hörte auch Kritik, die sich an einige Bundespolitiker richtete, die sich derzeit aktiv für Urlaube im Ausland aussprechen. „Zunächst brauchen wir Kampagnen für Urlaub im eigenen Land“, so Haumann. Solange ausländische Touristen wegen der Coronakrise nicht wie gewohnt kämen, seien die Hotels und Pensionen auf deutsche Urlauber angewiesen, so Stimmen in der Videokonferenz. Einen Schritt in die richtige Richtung geht da Koblenz: „Wir starten eine Online- und Offline-Kampagne für Ferien in Koblenz und der Region“, so der Geschäftsführer der Koblenz-Touristik, Claus Hoffmann. „Die Stadt hat dafür 250.000 Euro bereitgestellt.“ Josef Oster versprach, die Videokonferenz zum Anlass zu nehmen, die Tourismusförderung des Landeskritisch zu hinterfragen. „Ich bedanke mich bei allen für diesen Meinungsaustausch. Ich habe jetzt einiges erfahren, was ich mit nach Berlin nehmen werde“, so Josef Oster.

Drei Kernforderungen der Hoteliers und Gastronomen:

Rettungsfonds: Für jeden Betrieb lässt sich auf Basis der Umsatzsteuervorauszahlungen im Jahr 2019 genau ermitteln, welchen Betrag Betriebe für jeden Tag der Schließung erhalten müssen.

Mehrwertsteuer: Die beschlossene Befristung muss wegfallen, außerdem muss die Mehrwertsteuer auch für Getränke gesenkt werden.

Tourismus: Kampagnen für Urlaub im eigenen Land, damit in diesem Jahr Hotels und Gastronomie besser ausgelastet werden.

Die gute Nachricht: Die Hotels in Rheinland-Pfalz müssen keine Beschränkungen Ihrer Kapazitäten befürchtet. Auch Stillstandsregeln, wonach Zimmer nach dem Verlassen von Gästen eine gewisse Zeit nicht mehr vermietet werden können, gibt es nicht.

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